Tarifrunde 2017 – Aufruf zum Warnstreik
GEW-Minden-Lübbecke-Nord 2019

Tarifrunde 2017 – Aufruf zum Warnstreik

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
wie hoffentlich viele von euch (vergebt mir bitte, dass ich der Bequemlichkeit wegen, in dieser mail das mir von meiner Schule vertraute Du wähle. Ich versichere, dass ich damit niemanden verletzten möchte) auch schon per mail erfahren haben, hat die GEW für Mittwoch den 1.2.2017 -wie zu erwarten war- zu einem ersten Warnstreik aufgerufen. Ohne alle Argumente aus den mitgelieferten Anlagen wiederholen zu wollen, ist mir Folgendes wichtig, weil die Reaktionen auf meine erste mail so spärlich ausgefallen sind, dass ich mir Sorgen mache, ob es wegen des Frusts vieler Betroffener über die Ergebnisse der letzten Runden überhaupt zu einem “Arbeitskampf” kommen wird:

Anreise Bielefeld ( PDF )  |  GEW/NRW Erfahrungsstufe ( PDF )

In der Tarifrunde geht es alleinig um die berechtigte Forderung nach einem angemessenen Entgelt für die Tarifbeschäftigten. Ob das dabei erzielte Ergebnis auf die verbeamteten Lehrkräfte übertragen wird, kann nicht von dem Arbeitgeberverband der Länder (TV-L) entschieden werden, sondern obliegt der Beratung und Beschlussfassung der jeweiligen Länderparlamente. Es ist also überhaupt nicht sicher, dass ein durch massiven Protest der Betroffenen erreichtes Ergebnis auch in die gesetzlich geregelte Beamtenbesoldung überführt wird, auch wenn dies in der Vergangenheit häufig (meist mit zeitlicher Verzögerung, um noch ein Hunderttausende E zu sparen oder mit geringen Abschlägen) passiert ist und es nicht Unwahrscheinlich ist, dass dies auch im Anschluss an diese Runde geschieht.

Es ist aber genauso unsicher, wie die Politik des jeweiligen Bundeslandes agiert, wenn es in dieser Tarifrunde zu keiner nennenswerten Verbesserung der Tabellenentgelte kommt, weil die Arbeitgeber feststellen dürfen, dass die betroffenen Beschäftigten die Forderungen der Gewerkschaften nicht unterstützen, weil sie z. B. Streikaufrufen nicht folgen:

Angesichts fehlender Lehrkräfte, (Richter und Staatsanwälte, Polizeibeamten usw.) könnten sich Länderparlamente durchaus genötigt sehen, die Beamtenlaufbahnen durch eine großzügige Anhebung der Besoldung attraktiver zu machen. uns deshalb unabhängig vom Tarifergebnis eine großzügige Anhebung beschließen.

Es geht also im Augenblick wirklich vornehmlich darum die eigene Geldbörse praller zu füllen.

Obwohl es für die Arbeitgeber primär eine Tarifrunde um die Erhöhung der Tabellenentgelte ist (schließlich läuft der vom Beamtenbund unterschriebene Tarifvertrag zur Eingruppierung nach den alten, einseitig vom Arbeitgeber festgelegten  Eingruppierungsrichtlinien + u.U. 50€ Zulage noch bis 2018!) werden sie gezwungen sein auch über eine echte Verbesserung der angestellten Lehrkräfte im Sinne einer Angleichung an die Beamtenbesoldung (gleicher Lohn für gleiche Arbeit) zu verhandeln, wenn die Betroffenen, wenn sie schon zum Handeln (Warnstreik) aufgerufen werden, diesem Aufruf auch massenhaft folgen. Die letzten Verhandlungen waren ja nicht deshalb so wenig erfolgreich, weil zu viele auf den Kundgebungen und in den Warnstreiklokalen anwesend waren, sondern im Verhältnis zu den unmittelbar Betroffenen auch für den Arbeitgeber sichtbar nur ein Bruchteil!

Verbesserungen wird es nur geben, wenn sich diese Situation ändert!

Deshalb: Mobilisiert alle betroffenen angestellten Lehrkräfte, jetzt nicht stehen zu bleiben, sondern dem Warnstreikaufruf der Gewerkschaft zu folgen. Egal ob organisiert oder nicht: Jeder hat das Recht für seine Forderungen auch zu streiken.

Streut diese mail mit den Anlagen an alle, die Betroffen sind, durch Weiterleitung, Ausdruck und Aushang und persönlicher Ansprache und Ermutigung oder sonstige Ideen.

Gebt uns doch bitte diesmal eine kurze Rückmeldung um zu wissen, welche Schulen zumindest die Chance hatten, Informationen über die Arbeitskampfmaßnahmen über die Presseberichterstattung hinaus zu erhalten. Wir können nicht alle Schulen des großen Landkreises persönlich besuchen und werben.

Wenn die Entscheidung zum Streik feststeht, wäre es zudem für die Logistik hilfreich zu wissen, wie viele Kolleginnen und Kollegen im Streiklokal ein gutes Frühstück erwarten. Einige Lehrkräfte werden sicherlich wegen der kürzeren Wege sicherlich die Streikstandorte Herford oder Bielefeld bevorzugen.

Soweit erst einmal für heute Abend! Wenn nicht die Bitte eingeht, aus dem Verteiler gelöscht zu werden, gibt es weitere Infos in dem kommenden Tagen.

Bis dahin: wir sehen uns oder hören voneinander!

Mit kollegialen Grüßen

Friedrich Wilhelm Breuer

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